CNC-Kunststoffbearbeitung: Leitfaden zu Materialeigenschaften und Schnittmethoden

Technische Kunststoffe sind polymerbasierte Werkstoffe, die aus hochmolekularen Verbindungen mit einem Molekulargewicht von typischerweise über 5.000 bestehen. Obwohl ihre chemische Zusammensetzung hauptsächlich Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H), Sauerstoff (O), Stickstoff (N) und Schwefel (S) umfasst, verleiht ihnen ihre langkettige Molekülstruktur einzigartige mechanische und thermische Eigenschaften. Kunststoffe werden aus Harz als Basismaterial hergestellt, dem verschiedene Additive zur Leistungssteigerung beigemischt werden.
Verständnis Kunststoff-CNC-Fräsen erfordert besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich ihrer thermischen Empfindlichkeit, ihres elastischen Verhaltens und ihrer Eigenschaften bei der Spanbildung.
Verarbeitungseigenschaften von technischen Kunststoffen
Technische Kunststoffe weisen eine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit auf – nur etwa 0,3 % derjenigen von Metallen – und einen deutlich höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten (2- bis 20-mal so hoch wie bei Metallen). Beim Zerspanen konzentriert sich die Schnittwärme hauptsächlich an der Werkzeugschneide. Da sich Wärme in Kunststoffen nur langsam ableitet, kann es leicht zu lokaler Überhitzung kommen, die zu Verformung, Verfärbung, Schmelzen oder sogar Verbrennungen führen kann.
Ihr Elastizitätsmodul beträgt nur etwa 1/16 bis 1/10 desjenigen von Metallen. Übermäßige Schnittkräfte oder Einspanndrücke können erhebliche elastische Verformungen verursachen und die Maßgenauigkeit beeinträchtigen. Daher:
- Die Schneidkanten müssen sehr scharf sein.
- Die Klemmkraft sollte minimiert werden.
- Die Schnittkraft sollte mäßig bleiben.
Obwohl Kunststoffe aufgrund ihrer geringeren Härte und Festigkeit relativ leicht zu bearbeiten sind, kann eine ungeeignete Parameterwahl die Oberflächenqualität schnell beeinträchtigen.
Auswahl von Fräsern
Aufgrund der geringen Festigkeit und Hitzebeständigkeit von Kunststoffen spielt die Werkzeuggeometrie eine entscheidende Rolle.
Zu den empfohlenen Funktionen gehören:
- Großer Spanwinkel (25°–30°) zur Reduzierung der Schnittkraft und der Temperatur
- Größerer Freiwinkel (18°–20°) zur Minimierung der Reibung
- Zweischneidige Schaftfräser für besseren Spanabtransport
Gängige Werkzeugwerkstoffe sind TiN-beschichteter Schnellarbeitsstahl und Hartmetall vom Typ K (z. B. YG6, YG8). Für die Massenproduktion bieten diamantbeschichtete Werkzeuge eine überlegene Verschleißfestigkeit und längere Lebensdauer.
Beim Schneiden von Kunststoffplatten sind Schlitzsägeblätter mit weniger Zähnen und glatten, breiten Spannuten vorzuziehen, um einen effizienten Spanabtransport zu gewährleisten.
Schnittparameter für das Fräsen von Kunststoffen
Da Kunststoffe bei hohen Temperaturen leicht erweichen, werden relativ niedrige Schnittgeschwindigkeiten empfohlen, um Spananhaftungen zu vermeiden. Gleichzeitig können aufgrund ihrer geringeren Festigkeit höhere Vorschubgeschwindigkeiten und moderate Schnitttiefen eingesetzt werden, um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Reibungszeit zu reduzieren.
Das Hauptziel bei der Kunststofffräsbearbeitung ist die Balance zwischen Schnittgeschwindigkeit und Vorschubgeschwindigkeit, um die Wärmeentwicklung zu kontrollieren und gleichzeitig die Produktivität aufrechtzuerhalten.
| Kunststoffart | Schnittgeschwindigkeit (m/min) | Vorschubgeschwindigkeit (mm/Umdrehung) |
|---|---|---|
| Polyamid (PA) | 150 – 180 | 0,25 – 0,35 |
| Polypropylen (PP) | 120 – 150 | 0,20 – 0,30 |
| Polycarbonat (PC) | 150 – 200 | 0,15 – 0,50 |
| Polyurethan (PU) | 90 – 200 | 0,05 – 0,20 |
| Polyoxymethylen (POM) | 200 – 250 | 0,05 – 0,15 |
| Phenollaminat | 120 – 300 | 0,10 – 0,25 |
| Organisches Glas (PMMA) | 15 – 80 | 0,10 – 0,25 |
Praktische Fräsverfahren
Für CNC-gefräste KunststoffteileInsbesondere bei dünnwandigen Bauteilen sollte eine Mehrpunkt-Lichtklemmung verwendet werden, um Verformungen zu vermeiden. Spezielle Vorrichtungen sind herkömmlichen Schraubstöcken vorzuziehen.
Beim Fräsen dünner Bleche (1–15 mm dick):
- Halten Sie die Klemmen nahe an der Bearbeitungskante.
- Verwenden Sie Fräser mit kleinerem Durchmesser.
- Radiale Schnitttiefe begrenzen
- Vermeiden Sie eine zu hohe Vorschubgeschwindigkeit.
Gleichlauffräsen (auch Gleichlauffräsen genannt) wird dringend empfohlen, insbesondere bei der Bearbeitung von Kanten oder Konturen. Es trägt dazu bei, Ausbrüche und Kantenbrüche zu reduzieren.
Beim Planfräsen empfiehlt es sich, von der Außenkante zur Mitte hin kreisförmige Werkzeugbahnen zu verwenden. Der Vorschub sollte gegen Ende des Schnitts reduziert werden, um plötzliche Brüche und Oberflächenfehler zu vermeiden.
Bei hochduktilen Kunststoffen wie PTFE sind extrem scharfe Werkzeuge und ein geringerer Vorschub pro Zahn (insbesondere kurz vor der Endbearbeitung) erforderlich, um die Gratbildung zu minimieren.
Kühlung und Chipsteuerung
Bei der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung können Kunststoffspäne teilweise anschmelzen und an der Schneidkante haften bleiben. Um Späneansammlungen und ungleichmäßiges Schneiden zu vermeiden, sollte emulgiertes Kühlmittel verwendet werden, um die Temperatur zu senken und den Späneabtransport zu verbessern.
Abschluss
Kunststoff-CNC-Fräsen Die Bearbeitung von Kunststoffteilen unterscheidet sich deutlich von der Metallbearbeitung. Temperaturkontrolle, präzise Werkzeuggeometrie, korrekte Einspannung und optimierte Schnittparameter sind unerlässlich für hohe Maßgenauigkeit und Oberflächenqualität. Durch sorgfältiges Wärme- und Verformungsmanagement können Hersteller eine stabile und effiziente Produktion von Präzisionsbauteilen aus Kunststoff gewährleisten.
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